Galicia
Santiago
«Santiago de Compostela es famosa por su gran catedral y el Camino.»Santiago de Compostela ist berühmt für seine große Kathedrale und den Jakobsweg.

Santiago de Compostela ist die Hauptstadt von Galicien und entstand um ein Grab herum, das dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird und seit tausend Jahren ein Pilgerziel ist. Die Altstadt besteht vollständig aus Granit mit Arkaden, Plätzen und einer Kathedrale, die romanische Elemente im Inneren und eine barocke Fassade aufweist; die moderne Stadt ist um die Universität herum gewachsen.
Wusstest du schon
Achtzig Kilo Weihrauchfass im Flug
In der Kathedrale schwingt der Botafumeiro, ein riesiges Weihrauchfass, das über achtzig Kilo wiegt und von acht Männern, den sogenannten Tiraboleiros, bedient wird.
So spricht man in Santiago
Galicisch und Kastilisch koexistieren; «bo día», «grazas» und «rúa» hört und liest man überall. «Morriña» bezeichnet eine tiefe Sehnsucht nach der eigenen Heimat und hat keine perfekte deutsche Übersetzung.
morriña
Melancholische Sehnsucht, insbesondere nach der eigenen Heimat. Wird verwendet, um das Gefühl der Ferne und Melancholie gegenüber der Heimat oder allgemeiner einen nostalgischen Zustand zu beschreiben.
Der Alltag in Santiago

Der «botafumeiro», der fliegt
Acht Männer in roten Soutanen, die Tiraboleiros, lassen ein achtzig Kilo schweres Weihrauchfass bis fast unter die Gewölbe der Kathedrale schwingen. Das passiert nicht bei jeder Messe: Es wird angekündigt, und die Kirche füllt sich.
«Hoy sale el botafumeiro.» — Heute kommt der Botafumeiro zum Einsatz.

Die «Misa do Peregrino» am Mittag
Die Pilgermesse am Mittag füllt die Kathedrale mit Leuten mit Rucksäcken und Wanderschuhen. Wer hier lebt, trifft sie jeden Tag, erkennbar am Gang derer, die wochenlang gewandert sind.
«La misa del peregrino es a las doce.» — Die Pilgermesse ist um zwölf Uhr.

Der Regen heißt «orballo»
Hier regnet es mehr als an hundertfünfzig Tagen im Jahr, oft ein feiner Regen, der nicht wirklich nass macht: Man geht trotzdem raus, ohne Schirm, und die Arkaden der rúa do Vilar sind dafür da.
«Está orballando.» — Es nieselt.
Was man in Santiago isst

Pulpo á feira
Gekochter Oktopus, mit der Schere geschnitten, mit Öl, grobem Salz und Paprika, serviert auf einem Holzteller.

Tarta de Santiago
Mandelkuchen ohne Mehl, mit dem Kreuz des Santiago-Ordens, das oben mit Puderzucker gezeichnet ist.

Empanada gallega
Flacher und breiter herzhafter Kuchen, gefüllt mit Thunfisch, Fleisch oder Muscheln, in Quadrate geschnitten.

Caldo galego
Suppe aus Stängelkohl, Kartoffeln, Bohnen und Speck, dickflüssig und heiß, das Gericht für den feuchten Winter.
Feste in Santiago

Fiestas del Apóstol
um den 25. Juli
Am Abend des 24. wird eine Fassade aus Holz vor der Kathedrale «verbrannt»: Feuerwerk anstelle der Moschee von Córdoba, wie in der Legende.
Was man in Santiago sehen kann

Catedral de Santiago
Das Ziel des Jakobswegs: unten romanisch, in der Fassade barock, mit dem Pórtico da Gloria hinter den Türmen.

Praza do Obradoiro
Der Platz vor der Kathedrale, mit vier Gebäuden aus vier Epochen an vier Seiten.

Mercado de Abastos
Acht Granitschiffe, wo man einkauft: Es ist der zweitmeistbesuchte Ort der Stadt.

Parque da Alameda
Der Park, von dem aus man das Foto der Kathedrale macht, mit der Allee der jahrhundertealten Eichen.
Woher Santiago kommt
Entstanden um ein Grab herum
9. Jh.
Das Grab
Ein Grab, das dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird, wird entdeckt: Um es herum entsteht der Ort.
10.–12. Jh.
Der Jakobsweg
Pilger kommen aus ganz Europa; die romanische Kathedrale beginnt 1075.
16.–18. Jh.
Der Barockgranit
Plätze und Fassaden werden im Barockstil aus Granit erneuert: Die Fassade des Obradoiro stammt von 1750.
1981 → heute
Die Hauptstadt
Wird Hauptstadt Galiciens; seit 1985 ist das Zentrum Weltkulturerbe.
Hier geboren: Rosalía de Castro, Dichterin, wurde in der Gemeinde Santiago de Compostela geboren.
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